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Sabines Züchtertagebuch

Warum möchte man mit seiner Hündin züchten, wenn es doch eigentlich so viele Hunde gibt, die ein zu Hause suchen?

Ich kann nur sagen, welche Gründe es nicht sind: Geldgier und Vernunft.

Aber wenn man so wie wir mit seinem Hund im Verein aktiv ist, die Leute einem gefallen, man zu den Treffen geht, an die Hand genommen wird... wird man da so reingeschubst. Und man geht den Weg.

Anfangs lässt man all die Untersuchungen machen: HD, PL, Augen, Schilddrüse. Nun weiß man offiziel, der Hund ist gesund. Der Züchter seines Hundes freut sich und man selbst ebenso.

Nur zu einer Ausstellung... Man muss das mal mitgemacht haben...

Wir waren mit Rika in Castrop-Rauxel am 11.02.2007

Und dann die Körung mit dem Verhaltenstest am 30.06.2007 in Hermannsburg.

Gandajrika vom Braulshof ist für zwei Würfe zugelassen.

Sven und ich besuchen in Begleitung vom Familienoberhaupt die Züchterseminare in Stove.

Frühjahr 2009: Unsere Zuchtstätte wird besichtigt.

Wir stellen den Antrag auf Zwingerschutz (vom Wolfsland).

Wir warten auf die nächste Hitze der Hündin.

5. April 2009: 1. Tag der Hitze. Wir sind ziemlich sicher, den ersten Tag der Läufigkeit bemerkt zu haben.

9. April: Tupferprobe beim Tierarzt und Vaginalzytologie

12. April: Vaginalzytologie

14. April: Vaginalzytologie. Aussage der Tierärztin: 17. April zum Decken fahren.

17. April: Wir fahren mit Rika zu Familie Strohbach nach Ronnenberg. Es ist ein Wetter zum Heldenzeugen. Auch die Hunde scheinen der Meinung zu sein. Ojey von der Hofener Rippe deckt Rika. Nach kurzem und harmonischem Werben sind sie bereit. Der Rüde hängt 10 Minuten. Rika schreit. Aber es ist ok. Hinterher bleibe ich mit Rika 1 1/2 Stunden im Auto und die Männer erledigen den Papierkram, bevor es nach Hause geht.

Beginn der Trächtigkeit

18. April: Sven und ich fahren nochmal zum Nachdecken zu Ojey.

Ist Rika tragend? Noch wissen wir es nicht. Fressen tut sie immer gerne. Nach jeder Läufigkeit war sie anschließend wesentlich ruhiger. Die ganzen letzten Tage scheint viel die Sonne und es ist für die Jahreszeit sehr warm. Da läuft Hund nicht so viel und flott.

3. Mai: Eurasierspaziergang in Celle. Rika läuft die ganze Zeit neben uns auch ohne Leine. Andere Hunde werden kurz angeknurrt. Dann geht man sich aus dem Weg.

19. Kalenderwoche: Sven, der mit der Schule so gut wie fertig ist,  geht mit Rika meist spazieren, dh. auch etwas ruhiger.

12. Mai: Da auch mein Pferd altersbedingt nicht so schnell kann/soll kommt Rika bei den Schrittausritten wieder mit. Sie findet es toll.

13. Mai: Rika liegt in der prallen Sonne. Glaubt sie, Hunde werden ausgebrütet? Noch zwei Tage, dann lassen wir sie untersuchen.

15. Mai: Wie waren mit Rika zum Ultraschall. 28. Tag der Trächtigkeit. Zwei Welpen konnte man erkennen und sogar sehen, wie die Herzen schlagen.

16. Mai: Am Wochenende sind wir mit dem Wohnwagen unterwegs. Die Spaziergänge im Wald findet Rika klasse. Aber im Park z.B. bettelt sie nur noch die Leute an. Und ich finde, man merkt schon, dass sie schwanger aussieht. Wir machen ihr das Geschirr nicht mehr um, nur noch das Halsband.

19. Mai: Rika bekommt zum Frühstück 1EL Quark mit 1EL Haferflocken in reichlich Wasser und etwas Honig. Nach den Spaziergängen morgens und abends ihr gewohntes Trockenfutter. Sie trinkt mehr als sonst.

18. Juni morgens: Die letzte Nacht habe ich unten im Wohnzimmer auf dem Sofa geschlafen. Rika war sehr unruhig und wollte öffters raus in den Garten in ihre Höhle unterm Gartenhaus. So habe ich sie an der Leine rausgeführt, was sie mir sehr übel genommen hat.

18. Juni: Die Geburt

18. Juni abends: Sven und ich gehen mit Rika spazieren. Sie läuft wie gewohnt und  verlangt ihr Abendessen ganz normal. Die Wehen setzen um 21Uhr ein. Um 22 Uhr gebe ich ihr Caulophyllum D6. 15 Minuten danach kommt der erste Welpe zur Welt. Eine Hündin 400g schwer, braun/rot. Sehr munter und will sofort trinken. Rika hat sie abgenabelt und kümmert sich gleich um sie.
10 Minuten später kommt ein dunkler Rüde, 300g. Rika bemerkt ihn gar nicht so recht. Ich nabel ihn ab und lege ihn zur ersten Hündin.
Rika ist so mit den beiden kleinen munteren Wesen beschäftigt, dass die Zeit bis zum nächsten schnell vergeht. 23.15Uhr kommt die nächste Hündin, 420g, schwarz.
23.50Uhr kommt ein kleiner Rüde zur Welt, 320g, rot/braun.
Ich lege mich neben die Wurfkiste und bin fast am einschlafen. Rika liegt ruhig da. Um 2Uhr nachts setzen die Wehen nochmals an und ein strammer Rüde, 420g, braun/rot etwas heller kommt. Rika nabelt ihn ab, er krabbelt zu den anderen zum Saufen und in der Kiste kehrt Ruhe ein. Rika bekommt von mir Podophyllum D4 gegen Durchfall.

1. Woche:

19.Juni: Ich wache erst um sieben Uhr auf, als die anderen im Haus wach werden. Sven erfäht erst jetzt von dem fünften Welpen.
Mit Rika gehe ich in den Garten und sie macht ihren Haufen ganz normal.
Vormittags kommt die Tierärztin zu uns, um sich Rika und die Welpen anzuschauen. Alles scheint in Ordnung, die Welpen bekommen eine Spritze Para-Immun. Da Rika etwas erhöhte Temperatur hat(39,3°C) ,bekommt sie ein Antibiotikum gespritzt.

Rika schaut tagsüber öffters in ihrer Höhle nach und buddelt auch noch weiter.
Abends ist Rikas Temperatur auf 39,2°C gesunken. Ihr geht es gut. Sie und auch die Welpen denken nur ans Fressen.
Rika bekommt 1 Ampulle Fubriase am Tag. Drei mal täglich Arnica D6.

20.Juni: Alle Welpen haben jeweils ca. 80Gramm zugenommen. Morgens macht Rika wieder ganz normal ihren Haufen im Garten. Dann hat sie erstmal Hunger. Vormittags Fototermin bei Sven.

21.Juni: Die Zuchtwartin schaut sich die Welpen an. Alle ok.
Abends kommt die Tierärztin nochmal vorbei und die Kleinen bekommen nochmal eine Spritze Para-Immun. Die Nabel sind abgefallen.

22.Juni: Ich schlafe jetzt die fünfte Nacht neben der Wurfkiste im Wohnzimmer. Rika nervt. Nachts möchte sie alle zwei Stunden raus und schauen, ob ihre Höhle noch da ist.
Die Welpen haben jeweils ca. 200g zugenommen. Die Nasen sind bei allen jetzt fast dunkel.

25.Juni: Nach einer Woche haben alle ihr Gewicht verdoppelt.

2. Woche:

29.Juni: 11.Tag: Krabbeln und versuchen mit Po oben zu laufen

30.Juni: 12.Tag: Asko hat als erster die Augen auf.

3. Woche:

2.-4.Juli: 2 Wochen alt: Alle haben ihr Gewicht verdreifacht. Wurmkuren schmecken ganz toll.

Die Wurfkiste bekommt einen Vorgarten. Asko erkundet als erster mutig die Welt. Die Anderen folgen dann auch. Sie machen jetzt alleine Pipi und ihr Geschäft.

4. Woche:

10.Juli: Der Auslauf wird vergrößert. Es gibt abends etwas Milch dazu.

11. Juli: Auch für den letzten Welpen, unseren Schmusebären, haben sich liebe Leute gefunden.

12. Juli: Angie bekommt nachmittags Besuch. (Übrigen hat sie ihr Schaf zum Fressen gern)

13.Juli: Die Terrassentür ist offen und die Kleinen können nach draußen auf die eingezäunte Terrasse, trauen sich aber noch nicht so richtig.

14.Juli: Die Welpen bekommen kleine Halsbänder, die sich leicht öffnen, wenn sie hängen bleiben.

15.Juli: Mittags gibt es Alete-Gläschen. Lecker!

5. Woche:

16.Juli: 4 Wochen alt. Wurmkuren mal wieder. Schmecken super.

Das Wetter ist so schön, dass man den ganzen Tag draußen sein kann, aber nicht muss. Aber morgens um halb sechs wollen alle raus, um draußen ihr Geschäft zu machen. Rika hält noch alles schön sauber. Nur Asta mag nicht alleine über die Schwelle rausgehen, aber als erste ist sie auf dem Rasen.

17.Juli: Amigo bekommt Besuch aus München und seinen Namen.
Abends gibt es eingeweichtes Trockenfutter für Welpen. Das erste Mal, dass die Schüsseln restlos leer sind.

18.Juli: Um halb sechs in der Früh stehen alle an der Terrassentür und möchten raus.
Arcon bekommt Besuch aus Leipzig.
Den Rest des Tages sind sie ganz schön müde. Angie möchte am Liebsten immer auf dem Arm einschlafen.

22.Juli: Angies Ohren stehen. Nachbarskinder kommen zum Spielen.

6. Woche:

23.Juli: Abends gibt es gekochtes Hühnchenfleich mit Gemüse.

25.Juli: Gestern Abend gab es spät nochmal Trockenfutter. Nachts hatte Rika nicht  gesäugt und ich konnte durchschlafen, da keiner raus musste.
Arcon hat nochmals Besuch aus Leipzig bekommen.
Kleine Autofahrt mit Asko gemacht.

28.Juli: Heute Abend kleine Autofahrt mit Angie. Sie humpelte, als sie abends reinkam. So sind wir vorsichtshalber zum Tierarzt gefahren. Angie hat das toll gemacht, die Tierärztin hat ihr eine Spritze gegeben und uns beruhig, dass das nichts Schlimmes ist. Vielleicht in etwas reingetreten.

29.Juli: Mit Angie ist wieder alles ok. Frech wie eh und je.
Asko hat Besuch von seiner neuen Familie bekommen. Die haben ihn müde und ruhig erlebt. Ganz friedlich lag er auf dem Schoß. Na, die werden sich noch wundern, was da für ein Irrwisch in die Familie kommen wird.

7. Woche:

Fütterung wie zur Welpenabgabe: morgens Trockenfutter (Flocken und Quark waren nicht beliebt), mittags Dosenfutter, nachmittags Fleich mit Gemüse und Reis, abends Trockenfutter.

1.August: Autofahrt mit allen auf eine Wiese im Wald.

3.August: Autofahrt mit Asta. Vielleicht gewöhnt sie sich noch daran. Mit Rika zum Tierarzt. Sie hat seit einigen Tagen Durchfall. Bekommt jetzt Pulver und Reis.

4.August: Wurmkuren für die Welpen.

8. Woche:

9.August: Ruben und Caroline kommen nochmal zu Amigo.

10.August: Unsere Tierärztin kommt zum Impfen und Chipen der Kleinen. Und stellt Gesundheitszeugnisse aus.

11.August: Morgens Ausflug mit Asta zum Wohnwagenhändler. Auf fremde Leute geht sie freudig zu, beim Autofahren schreit sie immer noch.

Wurfabnahme. Harmonisch und alle zufrieden. Mit Asta fahren wir nochmal beim Tierarzt vorbei. Sie hatte ihren Chip verloren und bekam einen neuen. Auf dem Rüchweg sind wir zu Fuß gegangen (und getragen) . Das fand sie toll.

12. August: Morgens beim Spaziergang mit Rika Asta im Bollerwagen mitgenommen. Sie schreit.
Mittags das gleiche mit Asko. Er bleibt ruhig. Tobt im Park mit anderen Hunden rum. Rika ist dabei ganz gelassen.

9. Woche:

14.August: Asko darf den ganzen Vormittag in der Wohnung sein. Mittags wird er abgeholt. Die Heimfahrt hat er gut überstanden und Rika trauert auch nicht. Fand es nur nicht richtig, dass da einer eine Tüte von ihrem Futter mitgenommen hat. Das ging so gar nicht.

15.August: Angies zukünftigen Besitzer waren mit ihrer Eurasierhündin Chila zu Besuch. Nach einem kleinen Spaziergang mit Chila, Rika und Angie zum Kennenlernen, blieb Chila noch den ganzen Nachmittag hier bei den Welpen und es war sehr informativ zu sehen, wie die Welpen unterschiedlich auf die fremde Hündin reagierten.
Angie wusste gleich, dass sie zu Chila gehört.
Asta war anfangs scheu und dann bellte sie Chila immer an, um diese zum Spielen aufzufordern.
Arcon war recht neutral. Im Wasser spielen war irgendwie doch besser. Außerdem habe ich das Gefühl, er vermisst als einziger seinen Bruder Asko.
Amigo blieb lange scheu unterm Gartenhaus und auch als er dann rauskam, ließ er Chila nicht aus den Augen.

17.August: Asta hat uns heute nach Finnland verlassen.

18.August: Mit Amigo, Arcon und Angie im Fahrradanhänger in den Park. Rika musste laufen.

10. Woche:

21.August: Die letzten Tage mit jedem Hund mal einzeln mit Rika und auch wieder mit der ganzen Truppe mit Fahrrad los.
Heute dann nochmal zum Abschluss mit allen mit dem Auto los. Ohne Asta überhaupt kein Problem. Man merkt, dass die Kleinen jetzt unbedingt ihre Spaziergänge brauchen.

Asta ist gut in Finnland angekommen. Auto gut, Fähre gut, anderer Hund gut.

22.August: Heute früh haben sich Caroline und Ruben mit Amigo auf den Weg nach München gemacht.
Mittags wurde Angie abgeholt. Chila war auch mit und alle Hunde hatten sich zuvor prima in der Wohnung und im Garten vertragen.

Abends haben wir Rika und Arcon dann zu einem Event im Wald mit über 20Personen mitgenommen. Nun kennt er viele Leute, andere Hunde und lange aufbleiben.

26.August:

Nach über neun Wochen, in denen ich neben den Welpen im Wohnzimmer geschlafen habe, bin ich nun wieder ins Schlafzimmer umgezogen. Das hatte auch so seine Vorteile, denn im Schlafzimmer im ersten Stock war es recht warm in den letzten Wochen. Unsere Terrassentür stand neun Wochen fast immer offen und die Hunde konnten nach belieben rein und raus. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es im Winter gewesen wäre.

In zwei Tagen wird uns nun auch Arcon verlassen. Und auch wenn danach alles vielleicht wieder wie zuvor sein kann, die Bilder und Gefühle der letzten Monate werden wir nicht vergessen. Und wir wissen, den Welpen einen guten Start ins Leben gegeben zu haben. Nun liegt es an den neuen Besitzern, dieses auszubauen. Als wir 2005 Rika kauften und mit Schrecken feststellen mussten, dass wir uns im Kaufvertrag verpflichten, mit ihr einmal zu züchten, hätten wir nie Gedacht, dieses auch umzusetzten.
Der Wunsch wuchs  dann doch. Aber ich kann behaupten, ohne den Verein im Hinterhalt und dessen Unterstützung, hätten wir es uns gewiss nicht zugetraut. 
 
Vielen Dank an Frau von Zittwitz und vor allem Frau Richter für ihre Unterstützung und Beratung. Und ohne es vielleicht auch zu wissen hat uns Agnes Engelke mit ihren ausführlichen Aufzeichnungen, die ich regelmäßig auf ihrer Homepage aufgerufen habe, sehr weiter geholfen.

Zum Schluss die Frage: Würden wir es nochmal machen? - Ja, auf jeden Fall.

 

 

 

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